09.09.2019
FW-BÜRGERMEISTERKANDIDATIN Birgit Ruder zu Besuch im Walburgisheim

An einem schönen Spätsommernachmittag besuchen die Freien Wähler in Feucht und ihre Bürgermeisterkandidatin Birgit Ruder das Walburgisheim. Sie sind mit dem Leiter Norbert Clausen verabredet, den sie mit ihren Fragen„löchern“ dürfen: „Was für Kinder leben in dem Heim? Warum sind sie dorthingekommen? Wie leben sie dort und wer kümmert sich um sie?“. Vor dem Besuch hat Birgit Ruder mit Freunden über das Thema gesprochen und möchte deren und ihre Vorstellungen mit der Realität „abgleichen“. Bisher wusste sie wenig über das Walburgisheim. Aufgefallen ist es ihr durch einen Artikel im Boten über den „Toyrun“- Biker spenden für Kinder. Und als sie darüber nachdachte, wie es dort zugeht, fiel ihr nur ihre eigene Studienzeit im Internat ein. Sie schliefenin Schlafsälen, verbrachten ihre Freizeit in Gemeinschaftsräumen und aßen ineinem Speisesaal....

Herr Clausen führte sie in einen Konferenzraum, wo er bei Kaffee, Gebäck und Apfelspalten viel über die Einrichtung, das Konzept und die Kinder erzählt. Das Walburgisheim ist eine Einrichtung des SLW Altötting, bekannt als Kinderhilfswerk der Kapuziner, und bietet 40 Plätze für Kinder und Jugendliche mit emotional-sozialem Förderbedarf. Im Bereich der Tagesbetreuung gibt es seit 2011 eine Kinderkrippe, einen Kindergarten und einen Hort für rund 180 Kinder, die anders als die Heimkinder in weitgehend intakten Familien groß werden. Inzwischen ist auch Marktgemeinderat Sebastian Greck dazu gestoßen, den interessiert, wie esmit der elektronischen Anmeldung „Little Bird“ funktioniert. Auf zuverlässigen Zahlen basierend ermittelt "Little Bird" den Bedarf an Betreuungsplätzen im Einzugsgebiet der jeweiligen Kommune. Laut Herrn Clausen ist der Bedarf an Plätzen jetzt viel früher bekannt, vor allem werden „Mehrfachanmeldungen“ ausgeschlossen, kurz und gut- es funktioniert. Besonders gut gefällt Birgit Ruder das Erziehungskonzept der Einrichtung, das auf die freie Entfaltung jedes einzelnen Kindes ausgerichtet ist. Das Walburgisheim baut hier keinen Leistungsdruck auf- jedes Kind darf Kind sein und das tun, was es gern möchte und kann. „Nicht jedes Kind bastelt gern, es spielt vielleicht lieber mit Bauklötzen“, so Herr Clausen. Der Bildungsauftrag liegt in der Schule. Das ist etwas, was viele Eltern heute nicht berücksichtigen. Da müssen die Kinder mit 3 Jahren Englisch und Französisch lernen oder Lesen und Rechnen können, bevor sie eingeschult werden. Hier bekommen die Kindergartenkinder jeden Tag vorgestellt, welche Angebote es gibt. Sie dürfen selbst entscheiden, was sie gern machen möchten.

Die Küche im Walburgisheim kocht nicht nur für die Kinder der Einrichtung,sondern beliefert auch täglich die Mensa der Mittelschule mit Essen. Verpflegung soll nicht nur vollwertig, ansprechend und frisch, sondern vor allem auch regional sein. Deshalb wird z.B. Brot und Fleisch in Feucht eingekauft. Gerade das liegt Birgit Ruder auch am Herzen, weil nur so unsere örtlichen Betriebe gestärkt werden. Die Äpfel bringt Herr Clausen vom Kastanienhof in seinem Nachbarort her. Die Freien Wähler beeindruckt, dass er sogar weiß, von welchem Baum welcher Apfel kommt- ungespritzt und ungewachst, gesünder geht es nicht!

Nach ca. einer Stunde führt er die Gäste durch die Gebäude und das Außengelände der Einrichtung, den Spielplatz mit Findlingen und Weidentunnel und das hauseigene Schwimmbad. Sie besichtigen die Gruppenräume, die moderne Küche und endlich auch ein Kinderhaus. Früher mag es so gewesen sein, dass die Heimkinder in großen Sälen geschlafen haben, aber das ist schon lange nicht mehr so. Die Kinder leben in großzügigen Einzel- und Doppelzimmern, die sie individuell gestalten können. Neben einer großen Wohnküche stehen den Mädchen und Jungen ein Wohnzimmer, ein Wintergarten und ein eigener Garten zur Verfügung. Begeistert zeigt den Freien Wählern ein Mädchen spontan ihr Zimmer und das Bad. Birgit Ruder spürt sofort, die Kinder fühlen sich wohl. Man denkt oft, dass Heimkinder keine Eltern mehr haben oder von ihren Eltern nicht gewollt werden. Es gibt jedoch nur noch sehr wenige Waisenkinder, die in Heime kommen. Diese Kinder sind hier, weil ihre Eltern nicht mit ihnen zurecht kommen oder weil ihnen zu Hause Gefahr droht, etwa durch gewalttätige Eltern.

Am Ende des Besuchs im Walburgisheim ist Birgit Ruder positiv aufgewühlt. Sie hat viel Neues erfahren und festgestellt, dass die Realität in modernen Heimen mit den Vorstellungen, die sie bisher von diesen Einrichtungen hatte, nicht übereinstimmen. Die negativen Bilder, die sich viele von Kinderheimen machen, entsprechen absolut nicht der Realität. Niemand schläft dort heute noch in einem Schlafsaal mit mehrstöckigen Betten. Das Heim ist für die Kinder ein echtes Zuhause. Pädagogen sind wie „Eltern“, die Kinder in der Wohngruppe wie „Geschwister“. Der Spielplatz des Walburgisheims, der nun um eine Attraktion, nämlich einen „Matsch“-Platz, reicher ist, steht öffentlich Kindern und Jugendlichen bis 14 Jahren zur Verfügung. Während der Schulzeit Montag bis Freitag von15 bis 18 Uhr, am Wochenende von 10 bis 18 Uhr. Das hat den Vorteil, dass Heimkinder und Kinder der Umgebung gemeinsam spielen und toben können!